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Immobilienkauf in Südafrika

Preisentwicklung
Die Zeiten der traumhaften Preissteigerungen bei Südafrika Immobilien sind sicherlich vorbei. Heute ein Haus kaufen, und es in einem Jahr zum doppelten Preis wieder verkaufen, so etwas wird es in absehbarer Zukunft wohl nicht mehr geben. Wer jetzt eine Immobilie in Südafrika erwirbt, sollte sich darüber im Klaren sein und auf ein langfristiges Investment setzen. Auch der Bedarf an Gästehäusern und Hotels ist in Südafrika weitestgehend gedeckt.

Die Immobilienpreise in Südafrika stagnieren seit etwa 3 Jahren. Einen Zuwachs verzeichneten lediglich Objekte im oberen Preissegment sowie Immobilien in Security Estates. Wegen der hohen Einbruchskriminalität in Südafrika hat diese Wohnform innerhalb von umzäunten und bewachten Wohnanlagen weiterhin großen Zulauf, was sich bei den Preisen bemerkbar macht. Ein Haus innerhalb eines Estate kostet oft mehr als das Doppelte eines vergleichbaren Hauses außerhalb der Anlage.

Marktübersicht
Eine Marktübersicht ist am ehesten möglich, wenn man sich vor Ort Immobilien kritisch anschaut. Die großen Zeitungen (z.B. Cape Argus) veröffentlichen an jedem Wochenende eine große Immobilien-Beilage, in der die zum Verkauf stehenden Objekte mit Foto veröffentlicht werden. Viele Häuser sind dann sonntags "on show", das heißt: man kann sie ohne Anmeldung besichtigen.

Makler
In Südafrika gibt es derzeit über 40.000 Immobilien-Vermittler. Die Kompetenz dieser "Estate Agents" ist oft eher bescheiden, denn die formelle Ausbildung zum Estate Agent beschränkt sich auf einen 1-wöchigen Kursus. Einige Immobilien Makler arbeiten landesweit, die meisten beschränken sich jedoch auf einen oder mehrere Stadtteile einer Stadt. Diese kleineren, lokal arbeitenden Agenten bieten nicht selten den effizienteren Service, da sie über bessere Beziehungen in ihrem Bezirk verfügen. Manche dieser Makler Unternehmen haben auch deutschsprachige Agenten zur Verfügung.

Makler berechnen den Verkäufern von Immobilien in der Regel 6% vom Kaufpreis zuzüglich 14% VAT Steuer und tragen damit nicht unerheblich zur Verteuerung von Immobilien bei. Andererseits sorgen sie jedoch nicht selten dafür, dass Verkäufer unrealistische oder überhöhte Preisvorstellungen korrigieren. Außerdem wird die Provision vom Verkäufer oft gedrückt, vor allem wenn ein Kaufangebot vorliegt, das unter den Erwartungen des Verkäufers liegt.
Da der Makler auf Provisionsbasis arbeitet und es dabei für ihn um sehr viel Geld geht, wird er alles tun, um Ihnen ein Objekt zu verkaufen. Daher sollte man den Aussagen und Behauptungen eines Maklers grundsätzlich kritisch gegenüberstehen.

Kaufpreis
Immobilien werden meist 10 bis 15% über dem vom Verkäufer erwarteten Preis angeboten. Man sollte dies berücksichtigen und zunächst ein entsprechendes Angebot ("offer") machen, wenn man eine Immobilie kaufen möchte. Akzeptiert der Verkäufer das Angebot, so wird in der Regel eine Anzahlung von 10% erwartet. Die Übertragung der Immobilie erfolgt durch einen Notar ("conveyancer"), der auch den Transfer des Kaufpreises sichert. Der Grundbucheintrag im "Deeds Office" dauert meist 6 bis 8 Wochen. Mit der Eintragung wird eine "Transfer Duty" fällig, die zwischen 5 und 8% der Kaufsumme beträgt. Der Notar bekommt außerdem ca 1%.

"Sellers' Market" oder "Buyers' Market"
Bei der Frage, wie sehr man den Kaufpreis drücken kann, ist wichtig zu wissen, ob es insgesamt mehr Käufer (Sellers' Market) oder mehr Verkäufer (Buyers' Market) von Immobilien gibt. Im ersteren Fall, also wenn es nur wenige Anbieter aber viele Kaufinteressenten gibt, ist der Handelsspielraum logischerweise geringer.

Finanzierung
Mit einer Bankfinanzierung eines Hauses sollte man vorsichtig sein, denn die Kreditzinsen liegen in Südafrika im 13% Bereich. Außerdem sind südafrikanische Banken bei "Non-residents" sehr zurückhaltend mit der Kreditvergabe. Deutsche Banken finanzieren Immobilien im Ausland im allgemeinen nicht, so dass man um Barzahlung kaum herumkommt.

Farmen
Viele träumen von der eigenen Farm in Afrika. Der Traum kann realisiert werden, doch sollte man - vor allem als Nicht-Landwirt - die mit dem Betrieb eines Landguts verbundenen Probleme nicht unterschätzen. Ohne entsprechendes Know-How kann der Besitz einer Farm sehr kostspielig werden. Im Kap-Bereich sind Landgüter, vor allem die lukrativen Wein- und Obstfarmen, sehr teuer geworden. Günstig ist es noch im Vorland der Drakensberge von Natal, wo man schon für weniger als 5 Millionen Rand wahre Paradiese mit Wäldern, Flüssen und Seen auf einigen Hundert Hektar Fläche bekomme kann. Auch Jagdfarmen, vor allem in Mpumalanga, sind interessante Investitionsobjekte.
planban