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Die Ausbreitung
der Siedler am Kap

Seit Beginn des 18. Jahrhunderts dehnten sich die Siedler am Kap immer weiter Richtung Norden und Richtung Osten aus. Diese Siedlungsbewegungen wurden von den sogenannten Trekburen getragen, weisse Farmer, die auf der Suche nach Weideland für ihr Vieh immer weiter ins Inland vordrangen.

Die Trekburen zogen das freie ungebundene Leben im Zelt und Ochsenwagen der reglementierten Existenz im Schutze der städtischen Verwaltungsbehörden vor. Der Preis, den sie dafür zahlen mussten, waren ständige kriegerische Auseinandersetzungen mit den einheimischen Völkern. Zunächst widersetzten sich die Khoikhoi mit Erfolg der Eroberung ihrer angestammten Siedlungs- und Weidegebiete.


Trekburen Gemälde

Trekburen Wanderungen Karte


Seit Ende des Jahrhunderts waren es dann die im Osten siedelnden Xhosa Völker, die sich den Trekburen entgegenstellten. Besonders im Zuurveld - im östlichen Randbereich der Kolonie, begrenzt durch den Great Fish River - kam es immer wieder zu Scharmützeln. 1779 brach schliesslich der erste einer Reihe von heftigen Kriegen mit den Xhosa aus.

Auch in den städtischen Gemeinden wuchs die Gefahr der Konfrontation. Hier standen sich die nach politischer Selbstbestimmung strebenden Bürger und eine schwache, korrupte und wirtschaftlich nahezu bankrotte Kolonialverwaltung gegenüber. Die zahllosen Auseinandersetzungen mündeten schliesslich in offenem Protest. Die Städter forderten die Unabhängigkeit von der Kolonialverwaltung. In Swellendam und in Graaff-Reinet wurden die ersten Republiken ausgerufen. Ihre Existenz war allerdings nur von kurzer Dauer.

Der Machtkampf zwischen Bürgern und Verwaltung endete mit der Landung britischer Schiffe am Kap und der Übernahme der Kolonie durch das englische Königreich im Jahre 1795.

Bild oben: Ausdehnung der Trekburen in Südafrika.
Bild links: "The Trekboers", Gemälde von Samuel Daniell (1775 - 1811)

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