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Südafrika mit Kindern

Südafrika ist ein kinderreiches und besonders kinderfreundliches Land. Südafrikanische Familien mit 3 oder 4 Kindern – bei uns eher die Ausnahme – sind in Südafrika überhaupt keine Seltenheit. Dementsprechend groß sind auch die Angebote für Kinder, wobei der eigene große Garten mit umfangreichen Spielgeräten und Swimmingpool natürlich an erster Stelle steht. Auch vielen Kindern aus weniger wohlhabenden Familien steht er meist zur Verfügung. Das Reisen mit Kindern während der Schulferien und an den "Long Weekends" (lange Wochenenden mit arbeitsfreiem Freitag und/oder Montag) ist ebenso eine Selbstverständlichkeit. Entweder fährt man per Auto ans Meer oder in ein "Game Reserve", zum Beispiel in den Kruger National Park oder in die Kalahari. Die Kinder werden dabei schon früh daran gewöhnt, auch längere Autofahrten klaglos zu akzeptieren.

Das kinderfreundliche Südafrika als Reiseziel für die ganze Familie ist also grundsätzlich eine gute Wahl. Im Vergleich zu manch anderen Fernreisezielen (z.B. USA) sind die Entfernungen zwischen den einzelnen Attraktionen nicht zu groß, auch für weniger reiseerprobte Kinder gut machbar. Besonders interessant für Kinder ist natürlich die großartige und so vielfältige südafrikanische Tierwelt, die stets bleibende Erinnerungen hinterlässt. Auch die zahlreichen schönen Strände und viele weitere Ziele tragen zur Attraktivität Südafrikas für Kinder bei.

Südafrika empfiehlt sich besonders für Familien, die als Selbstfahrer reisen und sich die Ziele sowie die Unterkünfte individuell zusammenstellen oder kompetente Reiseanbieter damit beauftragen (z.B. Khashana Travel). In den meisten Guesthouses, Hotels und Lodges sind Kinder willkommen, wobei Kleinkinder unter 3 Jahren meist kostenlos sind und Kinder bis zu 12 Jahren mit 50% des Erwachsenenpreises berechnet werden. Es gibt allerdings auch Unterkünfte, die keine Kinder akzeptieren (bzw. erst ab 12 Jahren). Oft sind es Häuser, die über keinen umzäunten Swimmingpool verfügen oder deren Räumlichkeiten zu wenig Schallschutz für Gäste ohne Kinder bieten.

Einschränkungen kann es auch in den Wildreservaten geben. Vor allem in privaten Reservaten mit "Big5" Wildbestand (Löwen, Leoparden, Elefanten, Büffel, Nashörner) sind Kinder oft erst ab 12 Jahren auf den Pirschfahrten im offenen Landrover zugelassen. Allerdings werden vielfach Ausnahmen gemacht, wenn die Eltern versichern, während der gesamten Fahrt gut auf den Nachwuchs achtzugeben.

Es gibt im übrigen auch viele Big5 Reservate, die kleinere Kinder auf Safaris ausdrücklich akzeptieren und sogar Wildreservate mit speziellem Kinderprogramm.

Abstand nehmen sollte man von Reservaten ohne eingezäunte Lodges bzw. ohne gut gesicherte Camps. Wenn das Wild direkt bis an die Unterkünfte herankommen kann, ist das Sicherheitsrisiko für kleinere Kinder zu groß, da sie grundsätzlich in das Beuteschema von Großkatzen fallen.

Kinderprogramm auf GondwanaElela Kinderprogramm im Gondwana Game Reserve an der Garden Route

Am Strand von Arniston, Overberg KüsteArniston Beach – ein geschützter, seicht abfallender Strand, ideal für Familien mit Kindern

Südafrika bietet einige geschützte Strände, die auch für Kleinkinder gut geeignet sind, so zum Beispiel der Strand von Arniston an der Overberg Küste, die Strände von Kraalbaai und Langebaan an der West Coast oder der berühmte "Pinguin Strand" Boulders Beach auf der Kap-Halbinsel. Auch an der Garden Route und an den Küsten von KwaZulu-Natal gibt es einige Strände, die für kleinere Kinder sehr gut geeignet sind. Bei den meisten Stränden in Südafrika ist jedoch Vorsicht geboten, da die Brandung relativ stark sein kann. Hier ist die stete Wachsamkeit der Eltern gefordert.

Vorsicht ist auch bei Unterkünften mit Swimming Pools angesagt. Obwohl südafrikanische Kinder sehr frühzeitig schwimmen lernen, ertrinken alljährlich viele Kinder im Swimming Pool. Wenn das eigene Kind noch nicht schwimmen kann, sollte man es nicht allein in der Nähe des Pools lassen. Auch von eingezäunten Pools geht oft unbemerkt Gefahr aus, zum Beispiel weil das Tor nicht sorgsam geschlossen wurde.

Südafrikanische Eltern lassen ihre Kinder übrigens nicht nackt in der Öffentlichkeit herumlaufen, weder am Strand noch am Swimming Pool. Badekleidung ist ein Muss, auch für Kleinkinder.

Die Malaria Frage
Schwierig ist die Frage, ob man mit Kindern Malaria-Gebiete bereisen sollte, und ob man zuvor eine Chemoprophylaxe machen sollte. Letztlich muss diese Frage mit einem Tropenmediziner besprochen werden. Manche Ärzte raten davon ab, mit Kleinkindern (unter 5 Jahren) Regionen mit hohem Malaria-Risiko zu besuchen. In Südafrika ist das Malaria-Risiko insgesamt deutlich geringer als zum Beispiel in den Ländern Ostafrikas (Z.B. Tansania). Dennoch ist das Risiko im Kruger Park sowie im nordöstlichen KwaZulu-Natal nicht zu verleugnen, vor allem nicht während der Südsommer Monate (Dezember bis April).

Einreise mit Kindern nach Südafrika
Seit dem 1. Juni 2015 verlangt Südafrika bei der Einreise Geburtsurkunden für Kinder. Alle mitreisenden Besucher unter 18 Jahren müssen außer einem gültigen Reisepass zusätzlich eine Geburtsurkunde vorweisen (mit englischer Übersetzung). Die mehrsprachigen internationalen Geburtsurkunden, die seit einiger Zeit von den Standesämtern und Bürgerbüros ausgestellt werden, sind ausreichend. Sofern nicht beide leiblichen Eltern eines Kindes mitreisen, muss zudem eine Einverständniserklärung des nicht mitreisenden Elternteils vorgelegt werden, ebenfalls in englischer Sprache. Jedes Kind benötigt im übrigen einen eigenen Reisepass. Ein Eintrag im elterlichen Pass wird nicht anerkannt. Mit der neuen Bestimmung soll dem Kinderhandel ein Riegel vorgeschoben werden. Ob das auf solche Weise gelingen kann, erscheint mehr als zweifelhaft. Da seit Einführung der Vorschrift die Besucherzahlen - besonders bei Familien mit Kindern - deutlich zurückgegangen sind, wird derzeit regierungsseitig überlegt, die Bestimmung wieder fallen zu lassen.

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