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Kapstadt: Bo-Kaap

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Das "Bo Kaap" oder "Cape Malay Quarter" gehört zu den kulturell und historisch interessantesten Teilen von Kapstadt. Viele der Bewohner sind Nachfahren der im 17. und 18. Jahrhundert von der Holländisch-Ostindischen Handelskompanie aus Indonesien (Batavia), Sri Lanka, Indien und Malaysia verschleppten Sklaven. Viele waren muslimischen Glaubens, andere wurden durch die moslemische Gemeinde zum Islam bekehrt.

Die Kap Malaien und ihre religiösen Führer spielten eine wichtige Rolle in der Entwicklung von Sprache und Kultur der Kap Kolonie. So hat sich zum Beispiel das Afrikaans als eigenständige Sprache aus einer Vereinfachung des Niederländischen entwickelt, so daß sich die Sklaven sowohl mit den Holländern als auch untereinander verständigen konnten, denn sie stammten ja aus verschiedenen Ländern und Sprachräumen. Es waren muslimische Gelehrte, die die ersten Texte in Afrikaans verfaßten.

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Oben links: Haus im Bo Kaap. Unten links: Gasse mit Moschee im Bo Kaap. Rechts oben: Wale Street, Bo Kaap. Rechts mitte: Bo Kaap Museum. Rechts unten: Coon Carnival.
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Die Kap Malayen haben ihre kulturelle Identität und ihren moslemischen Glauben bewahrt. Das alte Malayen Viertel mit seinen engen, steilen Gassen, schlicht verzierten Handwerkerhäusern, Moscheen und Minaretten erstreckt sich von der Buitengracht Straße bis hinauf zum Signal Hill. Es wurde restauriert und farbenfroh gestrichen. Der Baustil ist eine Synthese aus kapholländischem und edwardianischem Stil.

bokaapmuseumIn einem der ältesten Gebäude im Viertel in der Wale Street 71 ist das "Bo-Kaap Museum" untergebracht. Es ist als Muslim Haus des 19. Jahrhunderts eingerichtet und dokumentiert die Geschichte der Kap Malaien. Das Museum ist montags bis samstags von 9:30 bis 16:30 geöffnet. Tel 021-4243846.

coonsAlljährlich am 2. Januar erlebt das Bo Kaap Viertel sowie die ganze Kapstädter Innenstadt ein großes Straßenfest, den "Coon Carnival". Er wurde ursprünglich von den muslimischen Sklaven eingeführt, die ihren einzigen freien Tag im Jahr feierten. Heute ziehen knallbunt verkleidete Männer mit weißen Hüten und Sonnenschirmen singend und tanzend von der Grand Parade bis zum Green Point Stadium.

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