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Armut und Arbeitslosigkeit in Südafrika

Ein grosser Teil der stetig wachsenden schwarzen Bevölkerungsmehrheit in Südafrika lebt in bitterer Armut. Besonders in den Randbereichen der Städte findet man Elendsquartiere aus dicht an dicht stehenden Blech- und Pappbehausungen ohne ausreichende Sanitäranlagen, Strom und Wasser.

Regierungsstatistiken (2006) zufolge haben rund 60% der Südafrikaner ein Pro-Kopf-Einkommen von weniger als 500 Rand und leben damit unterhalb der südafrikanischen Armutsgrenze. 27% haben monatlich weniger als 160 Rand pro Kopf zur Verfügung und 8% leben sogar von weniger als 80 Rand pro Monat. Wenn man bedenkt, dass eine 4-köpfige Familie auch mit 8000 Rand nur ein recht bescheidenes Leben in Südafrika führen kann, wird klar, wie gravierend die Armut im Lande nach wie vor ist.

Ähnlich dramatisch sieht es mit den Arbeitslosenzahlen aus. Nach Regierungsangaben liegt sie seit 2005 bei rund 25%, mit leichter Tendenz nach unten. Unabhängige Quellen gehen dagegen eher von 35 bis 40% aus.

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Ein Großteil der - als beschäftigt geltenden - Schwarzen arbeitet als Haushaltshilfen, Putzfrauen oder Gärtner in weißen Haushalten, oft in Teilzeit oder auf Tagelöhner Basis. Sie beziehen dort normalerweise Einkommen von weniger als 2000 Rand im Monat (90 bis 130 Rand pro Tag), in ländlichen Regionen weniger.

Squatter Camp in Südafrika

Besonders schwierig ist die Situation in den ehemaligen Homelands, vor allem im Eastern Cape und in KwaZulu-Natal. Arbeitsmöglichkeiten gibt es dort so gut wie keine, ebensowenig weiße Haushalte, was viele Menschen in die Städte treibt und dort zu einem stetigen Anwachsen der Squatter Camps und Townships führt.

Die Zahlen zur Arbeitslosigkeit in Südafrika beziehen sich auf die schwarze Bevölkerung. Bei den Coloureds liegt die Rate lediglich bei 20%, und bei den weißen Südafrikanern liegt sie bei nur knapp 8%.

Wenngleich es mittlerweile auch verarmte Weiße gibt, so sind die Einkommensunterschiede zwischen Schwarz und Weiß so groß wie in kaum einem anderen Land der Welt. Während die Mehrheit der Schwarzen in ärmlichen Hütten lebt und mit dem Notwendigsten auskommen muss, so lebt die Mehrheit der Weißen nach wie vor in beträchtlichem Luxus, abgeschottet durch Mauern und Alarmanlagen.

Die große Diskrepanz zwischen Arm und Reich sorgt auch in Zukunft für sozialen Sprengstoff innerhalb der südafrikanischen Gesellschaft. Viele Schwarze, vor allem in der jüngeren Bevölkerung, erwarten ungeduldig eine rasche Umverteilung der Besitztümer. Der Staat ist solchen Erwartungen bislang mit Zurückhaltung begegnet und wird dies auch in Zukunft tun müssen, nicht zuletzt da rund 80% des Steueraufkommens von Weißen erwirtschaftet wird.


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