gb

Südafrikas Wirtschaft

Südafrika hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmend vom Agrar- zum modernen Industriestaat gewandelt. Die Apartheid Ära wirkte jedoch - insbesondere während der 80er Jahre - lähmend auf Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Erst mit dem Ende dieser Zeit kam auch die wirtschaftliche Wende. Durch erhebliche Investitionen in moderne Produktionstechnologien wurden südafrikanische Produkte in den 90er Jahren wieder auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig. Bereits 1996 erzielte man einen Exportüberschuss von rund 8,7 Milliarden Rand. Wichtigste Export-Länder sind die USA, Japan, Deutschland, Großbritannien und die Niederlande.

Südafrika ist heute in der Lage, eine breite Palette von Konsum- und Investitionsgütern zu produzieren und erwirtschaftet rund ein Fünftel des Brutto-Inlandsprodukts des gesamten afrikanischen Kontinents. Das stetige Wachstum des Bruttoinlandsprodukts während der letzten 10 Jahre wird auch durch eine starke Inlandsnachfrage angetrieben. 2005 und 2007 wurde ein Rekordwachstum von jeweils rund 5% erzielt. 2008 lag es trotz der globalen Wirtschaftskrise immerhin noch bei 3,1%.

Eine wichtige Rolle für das rohstoffreiche Südafrika spielt nach wie vor der Bergbau. Insbesondere die Platin Produktion beschert dem Land, das über 88% der gesamten Platinvorräte der Welt verfügt, steigende Gewinne, bedingt durch den derzeit großen Rohstoff-Bedarf an den Weltmärkten.

mineworkers

Die einstmals übermäßig starke Abhängigkeit der Wirtschaft von Rohstoffexporten, insbesondere vom Goldexport, ist in den letzten Jahren jedoch deutlich zurückgegangen, zugunsten der verarbeitenden Industrie.
carworkerBesonders erfolgreich ist die Autoindustrie. Alle großen Marken - auch Daimler, BMW und Volkswagen - lassen in Südafrika produzieren. 2006 wurden mehr als eine halbe Million Fahrzeuge in Südafrika gebaut und zum großen Teil exportiert. 2007 konnte nochmals eine signifikante Steigerung der Exportzahlen erzielt werden. Auch die Binnennachfrage nach Neuwagen blieb - trotz saftiger Preise - ungebrochen. Ende 2008 wurden allerdings auch Südafrikas Autobauer von der globalen Krise erfasst. Die Exportzahlen halbierten sich in 2009 und auch der Absatz im Inland ging stark zurück. Nicht betroffen von der Krise war die Baubranche. Bedingt durch die FIFA2010 konnte sie in 2009 ein kräftiges Wachstum erzielen.

Mit rund 7 Millionen Besuchern pro Jahr trägt auch der Tourismus nicht unerheblich zum Bruttoinlandsprodukt - und zum Devisenaufkommen - bei. Die Regierung fördert diesen Sektor stark, da er sehr Arbeitsplätze-intensiv ist (8 Touristen bedeuten einen neuen Arbeitsplatz). Rund 1,5 Millionen Menschen sind im Bereich Tourismus beschäftigt.

Südafrikas Einfuhren bestehen im wesentlichen aus Investitionsgütern, Vorerzeugnissen, Maschinen elektrotechnischen Erzeugnissen, Fahrzeugen, chemischen Produkten und diversen Fertigwaren. Importiert wird hauptsächlich aus Deutschland, China, USA, Saudi-Arabien und Japan. Insgesamt ist die Handelsbilanz positiv, das Exportvolumen größer als das Importvolumen, und Südafrikas Reserve Bank kann über beträchtliche Devisenreserven verfügen.

Arbeitslosigkeit und Armut weiter Teile der Bevölkerung sind die Sorgenkinder der südafrikanischen Wirtschaft. Wenngleich die Arbeitslosenquote offiziell mit 23% angegeben wird, dürfte sie in Wirklichkeit sehr viel höher sein. Ein weiteres Problem ist die stetige Abwanderung von qualifiziertem Personal. Bedingt durch die "Affirmative Action" Politik der Regierung, die es Weißen schwer macht, Jobs in Südafrika zu bekommen, kehren vor allem Ingenieure sowie Ärzte nach dem Studium Südafrika den Rücken und wandern nach Großbritannien, Nordamerika und Australien aus.

planban