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Die Presse- und Medien-Landschaft in Südafrika

Das südafrikanische Fernsehen SABC ist zwar formal unabhängig, vertritt aber in der Praxis weitgehend den Kurs der herrschenden ANC Regierung. Die Programmdirektoren und Redakteure werden sorgfältig ausgesucht. Sehr selten sieht man darum regierungs-kritische Sendungen. Überhaupt wird im Fernsehen wenig Politisches gebracht. Stattdessen werden Soapies am laufenden Band gesendet. Einige sind zumindest original südafrikanisch, die meisten kommen jedoch aus den USA.

Während das Fernsehen bevormundet wird, ist die Situation bei den Printmedien anders. Die großen Zeitungen - Star, Burger oder Cape Argus - sind weitgehend noch in Händen von Weißen und lassen sich vom Staat nicht reinreden. Nicht selten wird ihnen deshalb von staatlicher Seite mangelnder Patriotismus oder auch Rassismus vorgeworfen.

Im Jahre 2011 verabschiedete das südafrikanische Parlament trotz massiver Proteste seitens internationaler Presseorganisationen ein umstrittenes Mediengesetz, das den investigativen Journalismus in Südafrika behindert. Das neue "Informationsgesetz" stellt den Besitz oder die Veröffentlichung von vertraulichen und geheimen Dokumenten unter Gefängnisstrafe (bis zu 25 Jahre). Es liegt auf der Hand, das durch das Gesetz Recherchen und Veröffentlichungen zur grassierenden Korruption innerhalb des ANC erschwert werden.

Noch herrscht in Südafrika die verfassungsmäßig garantierte Pressefreiheit. Es bleibt zu hoffen, daß dies auch in Zukunft so bleibt und der übermächtige ANC der Versuchung widersteht, die Presse als sein Sprachrohr zu betrachten.

Printmedien mit Online Ausgabe:

iolIndependent Online
Zusammenschluss mehrerer Zeitungen wie Cape Argus, Cape Times u.a.

dailymailMail & Guardian

Einst linksliberales Sprachrohr Südafrikas. Heute gemäßigt regierungskritisch.

thestarThe Star
Große Tageszeitung für Johannesburg, Pretoria und Gauteng.

sundaytimes
Sunday Times
Die am meisten gekaufte Sonntagszeitung in Südafrika. Regierungskritisch.

planban